Knieendoprothetik

Knieprothese: Primärimplantation und Wechseloperationen

Der Einbau künstlicher Kniegelenke unter Verwendung modernster Technik gehört zur klinischen Routine. Die verwendeten Knieprothesen werden minimalinvasiv als Schlittenprothese oder Oberflächenersatz eingebaut. Zementfreie und zementierte künstliche Kniegelenke werden mittels 3D Unterstützung implantiert.

Eine Kernkompetenz ist der Einbau von Individualprothesen am Knie. Dazu werden die Prothesen und Werkzeug mittels individuellen 3D Drucker erstellt und für jeden einzelnen Patienten passgenau angefertigt.

Knie mit Arthrose Grad 4 vor der OP

Defintion der Knieprothese: Bei der Knieprothese handelt es sich um einen künstlichen Gelenkersatz für das Kniegelenk. Eine Knieprothese besteht in der Regel aus Edelstahl oder Titan. Sie kann auch aus anderen Metallen, wie z.B. Niobium und verschiedenen Legierungen zusammengesetzt sein.

Veranlassungen zur Knieprothese: Knieprothesen baut man dann ein, wenn das Kniegelenk schmerzhaft verschlissen ist und die konservativen Therapien nicht mehr helfen. Sie werden also bei einer Kniearthrose eingebaut. Andere Veranlassungen eine Knieprothese einzubauen sind z.B. der Morbus Ahlbäck (absterbender Knochen an der Oberschenkelrolle) uvm.

Symptome und Beschwerden für eine Hüftprothese: Typische Beschwerden sind beispielsweise Schmerzen im Knie selbst. Oft bestehen auch die typischen Schmerzen und Anlaufprobleme nach Ruhephasen beim Loslaufen. Im Spätstadium Schmerzen in Ruhe.

Knieprothesentypen: Je nach Verankerungsart unterscheidet man zwischen zementierten und teilzementierten Knieprothesen. Ja nach Konstruktionstyp gibt es als kleinste Form des künstlichen Kniegelenkersatzes die Schlittenprothesen. Sie überkleiden meistens nur die innere oder äussere Oberschenkelrolle. Vereinzelt werden sie als Doppelschlitten eingesetzt, konkurrieren hier aber mit dem Oberflächenersatz (s.u.). Einen „Schlitten“ baut man ein, wenn das Knie einseitig, oft an der inneren Oberschenkelrolle, verschlissen ist (sog. mediale Gonarthrose).

Mediale Teilprothese AP

Mediale Teilprothese LAT

Der nächst größere Knieprothesentyp ist der Oberflächenersatz.

Dieses künstliche Kniegelenk überkleidet eine Arthrose, welche sich im Knie auf den inneren und äusseren Gelenkspalt ausgedehnt hat, ggf. auch hinter der Kniescheibe (sog. Pangonarthrose).

Knie mit Primärprothese AP

Knie mit Primärprothese LAT

Wenn zu lange bei einem fortgeschrittenen Knieverschleiß mit der Operation gewartet wird, können die Kniebänder instabil werden. Ein Einbau der vorherigen Knieprothesen ist dann nicht mehr möglich. In solchen Fällen und als Wechselimplantat bei gelockerten Knieprothesen, werden dann die achsgeführten Kniegelenke eingesetzt – also große Knieprothesen mit langen Stielen nach oben und unten und ggf. mit einem Scharnier.

Achsgeführte Knieprothese (Revision) AP

Achsgeführte Knieprothese (Revision) LAT

Operation einer Knieprothese: Eine Knieprothese wird über einen konventionellen oder minimalinvasiven Schnitt an der Vorderseite des Knies eingebaut. Das Gewebe wird durchtrennt und die Knochen des Gelenkes dargestellt. Mittels Schnittschablone, wird der Knochen entfernt und meistens zuerst der Oberschenkelanteil der Knieprothese eingebaut. Danach wendet man sich dem Schienbeinkopf zu, bereitet diesen zur Aufnahme des Knieimplantates vor. Es werden regelmässig Probeimplantate verwendet, um die Passgenauigkeit und das Laufverhalten der Knieprothesenteile zueinander zu beurteilen. Danach werden die Originalprothesenteile – teils zementiert und teils zementfrei – eingebracht. Am Ende wird das OP Gebiet überprüft und die Wunde schrittweise verschlossen. Nach Naht der Haut wird ein steriler Wundverband angelegt.

Nachbehandlung von Knieprothesen: In den meisten Fällen darf nach dem operativen Einbau einer Knieprothese direkt voll belastet werden. Ausnahmen von dieser Regel sind z.B. je nach Knochenqualität möglich. Mittels der Physiotherapie erlernt man das Laufen an Unterarmgehstützen. Dabei dienen die Gehstützen der Entlastung des Operationsgebietes und vermindern die Wundschmerzen in den ersten Tagen nach der Knieprothesenoperation. Unterstützend werden Motor- / Bewegungsschienen in den ersten Tagen nach der Operation eingesetzt (sog. CPM = continous passive motion). Rehabilitationsanträge für eine Nachbehandlung werden gestellt. Die Verbände werden gewechselt und die meistens eingelegte Wunddrainage nach etwa 2 Tagen gezogen.
Die Entlassung erfolgt in etwa nach 5 bis 7 Tagen. Je nach beruflicher Tätigkeit kann nach etwa 6 bis 8 Wochen mit der Wiederaufnahme der Arbeit begonnen werden.